"Am Ende werden wir daran gemessen, ob wir unsere Branche gemeinsam nach vorn gebracht haben und die Arbeitsplätze sicher sind"
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser über die wirtschaftliche Lage und die Tarifrunde 2012: "Wenn die Betriebe im letzten Jahr, wie von uns allen erhofft, wieder finanziell zu Kräften gekommen sind, und Anschluss an Normalzeiten finden, dann kann man doch nicht von einer Aufschwungdividende sprechen, ebensowenig wie wir in der Krise von einem Absturz-Abschlag bei den Löhnen gesprochen haben"
Wachstum trotz Euro-Krise, die Rezessionsgefahr in Deutschland sinkt – wie gut wird 2012 für die Wirtschaft?
Es wird kein Boom-Jahr. Das Umfeld bleibt schwierig. Wenn wir unsere Kapazitäten einigermaßen ausgelastet halten können, freuen wir uns. Unsere Absatzmärkte sind von erheblichen Risiken umgeben. Das darf man nicht unterschätzen, nur weil wir schneller aus der Krise gekommen sind als gedacht. Für überschäumende Euphorie gibt es keinen Grund, allerdings auch nicht für Verzagtheit oder Ängstlichkeit.
Wie groß sind denn die Risiken?
Unsere Industrie liefert überwiegend Investitionsgüter, und Investitionen sind nun einmal weitestgehend von Finanzierungsmöglichkeiten abhängig. Diese sind fast rund um den Globus enger geworden, und das wirkt sich zwangsläufig auf unsere Absatzmöglichkeiten aus. Auftragsverhandlungen werden zäher. Bei Absatzrückgängen müssen wir uns schnell anpassen können, vor allem auch unsere eigene Kapitalausstattung stabilisieren. Besonders in Facharbeiterbranchen ist das Zusammenhalten von Belegschaften existentiell wichtig, und deshalb müssen wir notfalls schnell auf die Kurzarbeitsregelungen aus der letzten Krise zurückgreifen können.